München
(eb) [04.03.08]. Einen tiefen Einblick
in sein breit gefächertes Fähigkeitenspektrum gewährte
das Wehrbereichskommando IV - Süddeutschland – (WBK IV) in
der vergangenen Woche zahlreichen Medienvertretern anlässlich eines
Pressetermins an seinem Stammsitz in der Münchner Bayern-Kaserne.
Die Hauptaufgabenfelder des WBK IV sind die - insbesondere logistische -
Unterstützung der Auslandseinsätze der Bundeswehr, Service und
Logistik sowie die klassischen territorialen Aufgaben. Während zunächst
die territoriale Führungsfähigkeit des Kommandos durch eine Einweisung
in das Lagezentrum WBK IV dargestellt wurde, folgten Bilder aus den anderen
Aufgabenbereichen im Rahmen einer dynamischen Vorführung.
Schon lange nicht mehr hatte die Bayern-Kaserne so viel schwere Fahrzeuge
und Gerät gesehen. Sogar ein Kampfpanzer Leopard 2 A 6 hatte den Weg
in die Kaserne im Münchner Norden gefunden. Der „Leo“ wurde
auf einem Schwerlasttransporter vom Typ „Elefant“ hereingefahren,
da er - so die Lage - wegen eines Triebwerkschadens nur noch im Notlauf
manövrierfähig war. Instandsetzungssoldaten demonstrierten eindrucksvoll,
dass sie innerhalb weniger Minuten das sechs Tonnen schwere Triebwerk des
Stahlkolosses tauschen können. Ergebnis: Der „Leo“ fuhr
wieder aus eigener Kraft. Für die Agentur-Fotografen ein Geschenk,
konnten sie doch aus nächster Nähe eindrucksvolle, aktionsreiche
Bilder schießen!
Seine logistischen Fähigkeiten stellte das WBK IV auch beim Umschlag
von 20-Fuß-Containern mittels 16-Tonnen-Gabelstapler und einem Berge-
und Kranfahrzeug 35-4 - dem modernsten Berge- und Umschlagmittel der Bundeswehr
- unter Beweis. Präzise abgestimmt arbeiteten Mensch und Maschine zusammen.
Alles drehte, alles bewegte sich und in kurzer Zeit waren die riesigen Container
von dem einen auf das andere Fahrzeug umgesetzt.
Ebenfalls recht technisch ging es bei der Demonstration der Kampfmittelbeseitiger
zu. Ausgangslage: Ein Spürhund des in der Bundeswehr einmaligen Kampfmittelbeseitigungszentrums
hatte ein IED, also eine sogenannte unkonventionelle Sprengvorrichtung,
aufgefunden. Nun galt es, das gefährliche Teil zu zerstören. Ein
Fall für „tEODor“, den Kampfmittelbeseitigungsroboter.
Langsam rollt er auf seinen Ketten heran, visiert über die sechs eingebauten
Kameras und dann - „Schuss!“. Mit einem lauten Knall trifft
der unter gewaltigem Druck stehende Wasserstrahl aus der „tEODor“-Kanone
auf das hochexplosive Päckchen und macht es unschädlich. Davon
kann sich anschließend auch der Kampfmittelbeseitiger in seinem 45
Kilogramm schweren, grünen 7B-Splitterschutzanzug überzeugen.
Wie konsequent Täter gestellt und Menschen gerettet werden, führten
auch Feldjägerkräfte des WBK IV vor. Zunächst galt es, einen
Verdächtigen, der sich an einem Dienstfahrzeug zu schaffen machte,
zu stellen. Ein Fall für Diensthund Rex . Mit einem gewaltigen Satz
sprang er den Täter, der bereits mit dem Fahrzeug fliehen wollte, an,
verbiss sich in ihm und „übergab“ ihn zur weiteren Behandlung
an sein Herrchen.
Dass sie in gefährlichen Situationen hervorragend aufeinander eingespielt
sind, demonstrierte ein Personenschutz-Team der Feldjäger, als die
Fahrzeugkolonne mit einem VIP gestoppt wurde. Man konnte kaum so schnell
schauen, wie die Schutzperson in Sicherheit gebracht, das Feuer auf die
Täter eröffnet und Erste Hilfe geleistet wurde.
Ende gut, alles gut! Das wird auch der Befehlshaber im Wehrbereich IV, Generalmajor
Gert Wessels, gedacht haben, als das letzte Bild gelaufen war. Die professionelle
Leistungsdemonstration war für ihn im anschließenden Pressegespräch
eine hervorragende Grundlage, um noch einmal das WBK IV als modernes Kommando
zu beschreiben. Wessels machte deutlich, dass nur noch wenig an eine territoriale
Kommandobehörde alter Prägung erinnere. Das WBK IV ist ein „Service-Multi
in Flecktarn“, wobei die Unterstützung der Auslandseinsätze
absolute Priorität genießt. Ständig befinden sich im Jahresschnitt
rund 350 bis 400 Soldaten des WBK IV im Einsatz, in den nächsten Tagen
verlegen zum Beispiel 300 Logistiker aus Walldürn für vier Monate
nach Afghanistan.
Aber auch seine territorialen Aufgaben vernachlässigt das Kommando
nicht. Mit seinen beiden Landeskommandos in München und Stuttgart und
151 mit jeweils zwölf Reservisten besetzten Verbindungskommandos zu
den Landkreisen, kreisfreien Städten und Bezirksregierungen hat das
WBK IV ein territoriales Netzwerk aufgebaut, um im Katastrophenfall die
zivilen Hilfskräfte zu unterstützen.
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