Enschede (eb/uz) [08.11.08]. „Gender” ist
ein soziales Konstrukt – maskulin oder feminin – und
bezieht sich auf die Rolle und
Position von Männer,
Frauen und Kinder in der Gesellschaft.
Es kann sich hinsichtlich Ort
und Zeit verändern. Kürzlich
wurde die erste Ausgabe der „Gender Makes Sense” Broschüre
in einer feierlichen Zeremonie übergeben. Die Übergabe
erfolgte Kompetenzzentrum der
NATO für Zivil-Militärische
Zusammenarbeit (CIMIC) im niederländischen Enschede,
dem Civil-Military Cooperation
Centre of Excellence (CCOE).
Die Gleichstellungsbeauftragten
der NATO, Laurie Muir vom NATO
International Staff und Oberstleutnant
Annicq Bergmans vom NATO International
Military Staff erhielten die
ersten offiziellen Broschüren.
Oberst Bert Kuijpers, Direktor
des CCOE, erklärt in seiner Eröffnungsrede: „Unser
Ziel ist es, mit dieser Publikation Soldaten und Zivilisten
in Konfliktzonen zu erreichen und ihnen eine erste Einführung
ins Gender-Bewusstsein in zivil-militärischen Beziehungen
anzubieten und die Möglichkeiten aufzeigen, die sich
hinsichtlich „Gender“ bei einer Mission ergeben.“
Die Vorsitzende des „Komitees der Frauen in NATO Streitkräften“ (CWINF),
Oberstleutnant Annicq Bergmans, erklärte anschließend,
dass das “Einbeziehen einer Gender Dimension in unseren
Einsätzen und Missionen kein Üben von politischer
Korrektheit ist. Es ist das Ergebnis situationsbezogener
Auswertung.” Seit 1976 berät die CWINF die NATO
Führung und Mitgliedstaaten in Angelegenheiten, die
Frauen in alliierten Streitkräften betreffen.
Der Grundstein für ein Gender-Bewusstsein, das auch
die Auswirkungen auf Bereiche außerhalb von Streitkräften
beinhaltet, wurde im Jahr 2000 gelegt, als der Sicherheitsrat
der Vereinten Nationen die Resolution 1325 über Frauen,
Frieden und Sicherheit übernommen hat, die das Bedürfnis
und Einführung eines Gender-Bewusstseins in bewaffneten
Konflikten beschreibt.
Derzeit arbeiten NATO-Behörden an einem Entwurf praktischer
Richtlinien für Bodentruppen, die Anfang 2009 erscheinen
sollen. Zusätzlich beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe
mit der Einbindung der Resolution 1820, die sich mit der
Verhinderung sexueller Gewalt in bewaffneten Konflikten
und Zeiträumen danach befasst. Eine andere Arbeitsgruppe
kümmert sich um die Veröffentlichung eine Studie über
die Einführung der Resolution 1325 bei den Regionalen
Aufbauteams (PRT) in Afghanistan. Das Gender-Bewusstsein
hat also Fahrt aufgenommen und die Publikation „Gender
Makes Sense“ repräsentiert „einen weiteren
Schritt auf dem Weg, Gender seine wahre Bedeutung unter
realen Bedingungen zukommen zu lassen“, wie Laurie
Muir bekräftigt.
„Gender Makes Sense” wurde persönlich befürwortet
vom NATO Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer, der
in seinem Vorwort ausführt, dass diese Publikation „die
Integration von „Gender“ fördert, was zu
mehr Sicherheit beiträgt.“ Mehr Frieden und Sicherheit
in allen NATO-geführten Operationen, verteilt auf drei
Kontinenten, mit mehr als 50 000 beteiligten Soldaten von
26 alliierten, plus 17 Nicht-NATO Staaten. Gender-Bewusstsein
macht nicht nur Sinn, es ist entscheidend für den Erfolg
einer Mission.
Daher bietet diese Broschüre auf circa 60 Seiten ein
umfassendes, aber klar definiertes Sortiment an hilfreichen
Themen. Beispielsweise eine fundierte Beschreibung von „Gender“,
die Verknüpfungen zwischen Gender und CIMIC, eine umfassende
Gender Methodik, Auswirkungen von Gender auf taktischer
und operationeller Ebene, Checklisten für mögliche
Gender Tätigkeitsfelder in Konfliktszenarien und einiges
mehr.
Das „CIMIC Centre of Excellence” (CCOE) ist
ein multinationales Kompetenz-Zentrum, das den Bereich zivil-militärische
Zusammenarbeit in Einsatzgebieten abdeckt. Die Geschäftsstelle
unterstützt die NATO, Sponsoring Nations und andere
militärische und zivile Institutionen/Organisationen
in ihren operationellen Vorhaben und ihrem Transformationsprozess,
durch Ratschlag, Expertise, Konzeptentwicklung, Ausbildung
und Training.
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