truppen.info: Truppe: Sanitätsdienst
jüngste Beiträge
Aus den Einsätzen
Sicherheitspolitik
Wir suchen Ihre Fotos
Linkliste
Link eintragen
Laufbahnportraits
Der Weg zum Offizier
Der Weg zum Unteroffizier
Dienstgradabzeichen
truppen.info-Quiz
Spiele
Downloads
Buchtipps
Für Webmaster
 
MCKimme


 „Nur im Verbund sind wir funktionsfähig“
 Übung „Dirty Cloud“ fordert Zusammenspiel aller Helfer
„Hallo, können Sie mich hören?“ Der Roboter „Teodor“, eigentlich zur Kampfmittelbeseitigung konstruiert, übernimmt die Kontaktaufnahme.
Fotos: Schramm, PIZ SanDst
Munster (eb) [18.08.08]. Es könnten Spielzeuge für große Kinder sein. Robotiks rollen mit Kameras ausgestattet über die Türschwelle in das Innere einer Halle. Doch diese ferngesteuerten Roboter sind nicht Bestandteil eines Spiels. Der Hintergrund ist ein sehr ernster.
Drei Tage lang übten gemeinsam über 80 Spezialisten der ABC-Abwehr Truppe, des Zentrums für Kampfmittelbeseitigung der Bundeswehr und des Medizinischen ABC-Schutzes in realen Bedrohungsszenaren die Zusammenarbeit. Vorhandene Konzepte und Vorschriften wurden auf ihre Praxistauglichkeit überprüft.
„Wir wollen Handlungssicherheit im Einsatz und hierfür müssen unsere Konzepte praxistauglich sein“, erklärte Oberstarzt Dr. Dirk Densow. Der Dezernatsleiter der Abteilung IX im Sanitätsamt der Bundeswehr weiß um die Bedeutung der Übung „Dirty Cloud“. Bisher haben alle Teilbereiche, ABC-Abwehr, Medizinischer ABC-Schutz und die Kampfmittelbeseitigung eigene Konzepte und Handlungsabläufe für Schadensereignisse mit ABC-Kampfstoffen erarbeitet. Doch wie gut verzahnt die unterschiedlichen Konzepte in der Realität funktionieren, wurde zum ersten Mal in Munster deutlich.
Entnahme einer Probe.
Der Soldat sitzt angelehnt an der Wand. Er hat Schmerzen im Bauch, eine Kopfwunde ist gut sichtbar. Abrupt kommt neben ihm der Robotiks zum stehen. Eine Kamera ist auf ihn gerichtet.
Eine Stimme erklingt aus dem Roboter. „Können Sie mich hören?“ Der Soldat nickt kurz. Es folgen Fragen zu seinem Gesundheitszustand. Hinter dieser Stimme verbirgt sich Oberstabsarzt Michaela Heinrich. „Diese Roboter sind ein gutes Beispiel der Zusammenarbeit mit der Kampfmittelbeseitigung“. Eigentlich spüren Teodor und Packpod, wie die beiden Robotiks liebevoll genannt werden, Kampfmittel auf. „Doch dank dieser Technik ist schon im Vorgriff auf die Sichtung eine erste Kontaktaufnahme innerhalb der Kontamination möglich“, erkärte die Ärztin.
Solange die Kampfmittelbeseitiger, bei der Bundeswehr kurz EOD genannt, nicht das Gebiet freigeben, kann der Sanitätsdienst der Bundeswehr nicht die verletzten Soldaten medizinisch betreuen. Das zehrt an der Geduld, weiß Heinrich. „Jede Minute, die verrinnt, sinken die Überlebenschancen insbesondere für die Schwerverletzten.“
Die Sanitätssoldaten und die Soldaten der Task Force Medizinischer ABC-Schutz sind hoch motiviert und wollen ihr Können unter Beweis stellen. Wie die Läufer auf einen Startschuss - warten sie auf die erlösende Freigabe.
Rettung aus der Kontamination.
Endlich ist es soweit - die EOD’ler haben ihre Aufgabe unterstützt durch Kräfte des Spezial- ABC-Abwehr-Reaktionszuges zur Eigensicherung erledigt und alle Sprengfallen beseitigt. Jetzt kommt der große Augenblick für den Sanitätsdienst der Bundeswehr. Mit ihren Schutzanzügen nähern sich die Retter den verletzen Soldaten. Nach der Selbst- und Kameradenhilfe steht jetzt die Dekontamination der Verletzten bevor.
Diese erfolgt in eine spezielle Einrichtung zur Dekontamination von Verwundeten. In mehreren Stationen wird der Kampfstoff beseitigt und der Verletzte weiter medizinisch betreut. Experten der Task Force Medizinischen ABC-Schutzes entnehmen Proben und geben fundierte Empfehlungen für den weiterbehandelnden Arzt in einer folgenden Sanitätseinrichtung.
Nach der Probennahme und Auswertung beseitigten die Kräfte des Spezial-ABC-Abwehr-Reaktionszuges sowie der Task Force Medizinischer ABC-Schutz die Kampfmittel.
Im Anschluss an die Übung zeigten sich alle Beteiligten zufrieden. Verfahrensabläufe und Zeitansätze konnten in Munster unter realen Bedingungen getestet werden.
„Mit den Erkenntnissen aus dieser Übung werden wir jetzt unsere Konzepte weiterentwickeln können“, gibt sich Oberstarzt Dr. Dirk Densow überzeugt.
„Nur im Verbund sind wir funktionsfähig“, betonte Oberstleutnant Manfred Glöckner. „Ohne das gemeinsame Üben der ABC-Abwehrtruppe, des Sanitätsdienstes der Bundeswehr und der Kampfmittelbeseitigung wäre eine reibungslose und effektive Zusammenarbeit bei solchen Szenarien nicht möglich“, erklärte der ABC-Abwehr-Stabsoffizier.
Schließlich sind der Erhalt und die Wiederherstellung der Gesundheit von Soldaten auch unter ABC-Bedrohungen und -Bedingungen eine zentrale Aufgabe des Sanitätsdienstes der Bundeswehr.
Text: Hauptfeldwebel Uwe Henning, PIZ SanDst
Fotos: Oberfeldwebel René Schramm, PIZ SanDst
 
Anzeigen
Ihre Werbung hier?
Anzeigen
Kreuzfahrt-Schnäppchen
   Diese Seite empfehlen      Sitemap    Archiv    Impressum    Kontakt 
(c) 2005 by www.truppen.info