truppen.info: Truppe: Die Marine | Antrittsbesuch von Thomas De Maizière, Minister der Verteidigung
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 Die Marine wird an Wichtigkeit gewinnen
 Verteidigungsminister besucht die Flotte im Seegebiet
Warnemünde (uz) [21.05.10]. Eine Menge Touristen hatte sich beim Kreuzfahrt-Terminal in Warnemünde versammelt. Neben zwei tonnenschweren Luxuslinern machte die Fregatte „Brandenburg“ fest und zog dabei die Blicke der Neugierigen und die Linsen derer Fotoapparate auf sich. Als Flaggschiff eines kleinen Verbandes hatte die „Brandenburg“ für einige Stunden den Bundesminister der Verteidigung, Thomas De Maizière, zu Gast an Bord. Der Minister hatte nach gut 70 Tagen im Amt seinen Antrittsbesuch bei der Marine angekündigt und wurde von Vizeadmiral Axel Schimpf, dem Inspekteur der Marine, empfangen.
Pünktlich zur „Minute Null“ landete die Maschine vom Typ Seaking mit dem Minister an Bord auf dem Hubschrauberdeck der Fregatte. Die diente dann für einige Stunden als Zuschauerplattform für einen Querschnitt durch das Aufgabenspektrum der deutschen Marine. Viele Boote und Schiffe standen im Seegebiet bereit, um typische Manöver zu fahren. Hinzu kamen Flugzeuge von Marine und Luftwaffe, die die Leistungsschau ergänzten.
Ruhig und konzentriert folgte De Maizière den Erklärungen und Eindrücken.
Bereits vor einiger Zeit habe er mit dem Inspekteur der Marine gesprochen, wie sich denn ein Einsatz definiere. Bei Marine und Luftwaffe seien Einsätze eher ein Alltagsgeschäft als beim Heer, stellte der Minister heraus. Mit einem kurzen Blick auf Vizeadmiral Schimpf rückte der Minister auch die am Vortag geäußerte Zahl von 10.000 Soldaten für den Einsatz zurecht: „Da sind seine noch nicht mitgerechnet“, betonte Thomas De Maizière.
Die angelaufene Reform der Bundeswehr und die Reduzierung um rund 45.000 Soldaten, die der Minister tags zuvor bekannt gegeben hatte, war ein Thema über den gesamten Besuch. Sowohl in den Gesprächen mit Journalisten, wie auch vor allem mit Besatzungsmitgliedern und Vertrauenspersonen, spielte die künftige Struktur eine Rolle. Die Frage, wie es denn weiter gehe, habe er, so sagte der Minister, in den Gesprächen öfter gehört.
Was De Maizière dann von „seiner“ Flotte geboten bekam, war ein durchaus repräsentativer Querschnitt durch die Einsatzanforderungen und das Fähigkeitsspektrum:
Fingerspitzengefühl des Fahrpersonals war zunächst gefragt, als die „Brandenburg“ gemeinsam mit dem Einsatzgruppenversorger „Berlin“ und dem Betriebsstofftanker „Spessart“ ein Versorgungsmanöver fuhr. Dabei galt es, alle drei Schiffe in Geschwindigkeit und Kurs zu 100% aufeinander abzustimmen, um stabile Verbindungen für den Austausch von Gütern zu schaffen.
In der Luft zeigten Tornados der Luftwaffe, Seefernaufklärer vom Typ P3-C Orion und ein Eurofighter unterschiedliche Manöver.
In einem weiteren Szenario wurden die Aktivitäten bei der Überwachung und Kontrolle eines Seegebiets vorgestellt. Diese Aufgaben übernimmt die Marine in den meisten ihrer Missionen. Exemplarisch wurde ein Schiff durch ein Schnellboot begleitet und zum Anhalten gezwungen. Durch einen Bordhubschrauber wurde ein so genanntes Boarding-Team zur Kontrolle von Schiff und Ladung an Bord gebracht.
Das nächste „Fenster“ galt dem Aufspüren und Vernichten von Minen. Das Minensuchboot „Hameln“ war mit Hohlstablenkbooten, den sogenannten Seehunden, im Seegebiet vor Ort. Demonstriert wurde auch eine Minensprengung. Die Vernichtung von Kampfmitteln gehört für die Marine zum Alltagsgeschäft. Gerade im Seegebiet der Ostsee stellen noch immer zahlreiche Kampfmittel eine Bedrohung für die Schifffahrt dar.
In aller Munde und auch im Bewusstsein dürfte die Abwehr von Piraten bei den Besuchern gewesen sein. Auch die Besatzung der „Brandenburg“ hatte bereits einige Übergriffe vereiteln können. Insbesondere durch die Mission Atalanta im Golf von Aden sind die gezeigten Manöver in das Interesse der Öffentlichkeit gerückt. Effektives Mittel zur Abwehr von Angreifern sind die Bordhubschrauber. Eindrucksvoll wurde auch die Arbeit dieser Besatzungen demonstriert.
Gerade bei der hohen Einsatzbelastung der Marinesoldaten drängte sich auch die Frage nach neuen, modernen Einheiten für die Marine auf. Der Verteidigungsminister versprach, dass er erst nach dem „aktuelle Bestellungen bezahlt“ seien, entsprechende Entscheidungen fällen werde.
Die abschließende Präsentation gehörte den Marineschutzkräften, dem „grünen“ Anteil Marine. Sie wurden durch die Kompanie der Minentaucher vertreten. Die Kampfmittelspezialisten sind auch in vielen Einsätzen der Landstreitkräfte vertreten. Ebenso zeigte die Besatzung der Fregatte „Brandenburg“ Aufnahmen, die bei der Evakuierung von Menschen aus Libyen aufgenommen wurden. Die Minentaucher überreichten dem Minister dann auch mit dem Roboter „Teodor“ seine Schwimmweste für den Rückflug. Um die Fähigkeiten des Gerätes und seines Bedieners zu testen, dirigierte der Minister den Arm des Gerätes direkt vor seine Hand.
Präzisionsarbeit: Versorgungsmanöver auf See.
Seefernaufklärer P3 C Orion passieren die Fregatte "Brandenburg".
Fast Roping: Ein Boarding Team wird abgesetzt.
Geballte Sprengkraft bei der Vernichtung von Kampfmitteln.
Macht Eindruck: Bordhubschrauber Sealynx.
Informationen aus erster Hand: Der Minister im Gespräch mit einem Minentaucher.
Zufrieden trotz ungewisser Zukunft: Vizeadmiral Axel Schimpf und Verteidigungsminister Thomas De Maizière.
Fotos: Uwe Zeitter
 
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