Glücksburg
(eb) [18.10.08]. 1.500 Marinesoldaten aus elf Nationen üben
in der Kieler und Mecklenburger Bucht
zwischen Eckernförde und Rügen. Sie trainieren für
Szenarien, wie sie in ihren weltweiten Kriseneinsätzen vorkommen
können
- zum Beispiel die Abwehr von terroristischen Angriffen,
Embargomaßnahmen,
Evakuierungsoperationen und humanitären Hilfeleistungen. Unter
dem Namen Northern Coasts üben bis zu
30 Schiffe in der Ostsee. Diese Übung ist das größte
diesjährige Manöver in diesem Seegebiet.
Für einen Teil der Übung haben sich sogar Reedereien
bereit erklärt, ihre Handelsschiffe für Kontrollen durch
teilnehmende Marineeinheiten zur Verfügung zu stellen. "Die
Reeder machen das gerne, weil sie die Wichtigkeit solcher Einsätze
erkennen", sagt Korvettenkapitän Arne Krüger, Marinesprecher
aus Glücksburg. Das dortige deutsche Flottenkommando übernimmt
die Führung des Manövers. Ein Jahr lang haben zahlreiche
Soldaten um Kapitän zur See Lennart Steen und Fregattenkapitän
Klaus Bremmer an der Planung dieser Übung gefeilt. Steen wird
den Marineverband in See führen - Bremmer ist der Übungsleiter,
der die Szenarien einspielen wird. Als besondere Herausforderung
sieht Steen die reibungslose Zusammenarbeit der Nationen: "Wir
wollen die Marinesoldaten aus zehn Ländern verzahnen, um zukünftig
gemeinsam gegen Bedrohungen vorgehen zu können."
Gerade Minensucher, Schnellboote und Korvetten sollen von der Übung
profitieren. Denn: "Northern Coasts" legt den Schwerpunkt
auf Operationen in küstennahen Gewässern. Diese sind von
großen Schiffen schlecht befahrbar. Mit der Übung werden
gemeinsame Verfahrensweisen für zukünftige multinationale
Krisenoperationen gefestigt und weiterentwickelt.
Damit die Marinen möglichst realitätsnah üben können,
erstellte das Flottenkommando ein Szenarium, dass einen
Konflikt zwischen den zwei fiktiven Staaten Amberland und Beachland
vorsieht.
Das Übungsdrehbuch ist an aktuelle weltweite Kriseneinsätze
angelehnt, wie zum Beispiel vor dem Libanon oder bei der
Operation Enduring Freedom am Horn von Afrika. Die Deutschen stellen
50 Prozent
des Personals. Schiffe entsenden Estland, Lettland, Dänemark,
Finnland, Litauen, Polen und Schweden. Von deutscher Seite
nehmen unter anderem der Einsatzgruppenversorger "Frankfurt
am Main",
die Fregatte "Hamburg", U-Boot "U 15" sowie
Minensucher aus Kiel und Schnellboote aus Warnemünde teil.
Frankreich, die Niederlande und Norwegen stellen Personal. |