Eckernförde
(eb) [25.04.08]. Eine beklemmende Enge umgibt die Wintersportler
im Uboot an der Pier. Das Getuschel der Sportsoldaten zieht im U 22
vom Steuerstand über die Operationszentrale bis hin zu den Unterkünften
der Mannschaft: "Wie soll man sich denn in der Dusche vernünftig
waschen" oder "Hier kann man doch nicht schlafen."
Oberstabsfeldwebel Christoph Langen der erfolgreichste deutsche
Bobfahrer aller Zeiten besuchte mit zehn Kameraden der Sportfördergruppe
Bischofswiesen das 1. Ubootgeschwader in Eckernförde.
Im Marinejargon heißen Uboote Röhre. Und es gibt auch
Gemeinsamkeiten zwischen dem Bobfahren in der Eisbahn-Röhre
und der Arbeit in der Uboot-Röhre. Auch in einem Bob ist die
Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. "Ohne Teamwork
geht es in einer Bobmannschaft nicht. Wir vertrauen und respektieren
uns unabhängig vom Dienstgrad", stellt der mehrfache Weltmeister
und Olympiasieger fest. "Zu Beginn des Trainings ist auch bei
uns jeder aufgeregt. Die Ruhe kehrt erst nach und nach in das Team
ein."
Auch in einem Uboot funktioniert die Arbeit am besten mit einem
eingespielten Team. "Doch bis sich die Mannschaft blind vertrauen
kann, ist es ein langer Weg", erklärt Korvettenkapitän
Sven Janssen vom 1.Ubootgeschwader. "Am Anfang einer jeden
Fahrt ist oft angespannte Stimmung. Es braucht immer eine gewisse
Zeit, bis Gelassenheit in die Mannschaft kommt." Doch neben
der Enge am Arbeitsplatz und dem nötigen Teamwork gibt es noch
mehr, das die zwei Berufsgruppen mit einander vereint. So bemerkt
einer der Sportsoldaten beim Durchschreiten der verschiedenen Abschnitte
und Arbeitsbereiche unter Wasser: "Leider haben auch wir eine
lange Abwesenheit von zu Hause. Es gibt Jahre, in denen ich nur
zu Weihnachten bei der Familie sein kann, da ich viel trainiere
und an Wettkämpfen teilnehme."
Der Besuch in Eckernförde ist kein Zufall. Die Wintersportler
aus dem oberbayerischen Berchtesgadener Talkessel besichtigten nicht
nur das Unterseeboot der Klasse 206 A. Sie erhielten auch einen
Einblick in Arbeit und Training der Eckernförder Kameraden
und lernten die andere Teilstreitkraft genauer kennen. Die am weitesten
voneinander entfernten Sportfördergruppen Bischofswiesen und
Eckernförde nutzten die Zeit zum gegenseitigen Austausch. |