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Eine Sprosse auf der Leiter nach oben |
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Anne Bähr verlässt die Mannschaftslaufbahn |
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"Rechts um!" - Anne Bähr kümmert sich als Gruppenführer
um junge Kadetten.
Fotos: Zeitter |
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Mürwik
(uz) [19.08.09]. Die Schulterschlaufen, die Anne Bähr trägt,
sind noch etwas steif und neu. Seit dem 1. Juli hört sie auf den
Dienstgrad Seekadett. Nach einem abwechslungsreichen Ausbildungsjahr
hat sie den ersten wichtigen Sprung auf der Karriereleiter erreicht. „Darauf
habe ich mich von Anfang an gefreut“, lächelt die Offizieranwärterin
stolz. In den letzten Wochen hat sich aber nicht nur ihr Dienstgrad
und die Laufbahnzugehörigkeit verändert, sondern auch das
Aufgabenfeld. Nach Abschluss der Prüfungen und dem Erwerb des
Offizierspatents wird die Offizieranwärterin während der
Sommermonate die Offizieranwärter der diesjährigen Crew mit
ausbilden.
Die Seekadetten aus Anne Bährs Crew, wie der Jahrgang der Offizieranwärter
bei der Marine genannt wird, absolvieren gerade unterschiedliche Praktikumsanteile
ihrer Ausbildung. Für technische Studiengänge beispielsweise
an den Schulen der Marine in Bremerhaven und Parow bei Rostock. Alternative
ist die Verwendung als Ausbilder an der Unteroffizierschule der Marine
in Plön oder eben, wie bei Seekadett Bähr selbst, auch an
der Marineschule in Mürwik. Dort wo zum 1. Juli die nächste
Crew einberufen wurde. Etwas wehmütig hat Bähr dafür
zusammen mit den anderen Seekadetten ihres Jahrgangs, die in der Schule
verblieben sind, das rote Schloss am Meer, wie die Schule gerne genannt
wird, verlassen. „Wir sind in einem Bereich in der Schule für
Strategische Aufklärung untergebracht worden“, erklärt
sie. Die Schule befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft, kann
aber – zumindest aus Sicht der Offizieranwärter – nicht
mit der Marineschule konkurrieren.
Den Einberufungstag fand die Soldatin besonders spannend. „Viele
standen da mit etwas zitternden Händen vor uns“, beschreibt
sie und gesteht, dass es ihr vor einem Jahr wohl ebenso ergangen ist.
Das Auftreten und Verhalten der „Neuen“ hat Anne Bähr
klar gemacht, wieviel militärisches sie sich in den vergangenen
Monaten angeeignet hat, so ganz automatisch und unbewusst. Seekadett
Bähr kann sich gut in die Situation der Kadetten versetzen und
gesteht: „Manchmal tun sie mir so ein bisschen Leid!“ |
Auch wenn der Umgang
in ihrem Hörsaal, von der Rekrutenaufnahme mit einem etwas soldatischeren
Ton einmal abgesehen, sehr kameradschaftlich ist. Sie findet es aber
auch spannend, die Entwicklung bei anderen zu beobachten. Die setzt schließlich
sofort ein. Zum militärischen Grundverhalten kommt ein großes
Maß an Wissen, das sie jetzt an die neue Crew weitergeben darf.
In der Crew, so erzählt Anne Bähr lächelnd, gebe es übrigens
nicht nur Soldaten aus ihrer brandenburgischen Heimat, sondern auch Matrose
Bähr gebe es wieder: „Mein Cousin ist jetzt hier“, erklärt
sie.
In enger Abstimmung mit dem Hörsaalleiter haben sich die Kadetten auf ihre
neuen Aufgaben vorbereitet. Formaldienst, Handwaffen- und Schießausbildung
und vieles mehr haben sich Anne Bähr und ihre Kameraden nochmals intensiv
vor Augen geführt, bevor sie nun vor den Hörsälen, wie die Ausbildungszüge
an den Schulen genannt werden, stehen. |
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Anne Bähr bildet neue Kadetten an Handwaffen aus. |
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Erfahrung vor der „Front“ der
angetretenen Soldaten zu sammeln und diesen gleichzeitig möglichst
viel
wissen zu vermitteln, das ist die Aufgabe von Anne Bähr in diesen Wochen.
Aber trotz der neuen Herausforderungen als Gruppenführer und Ausbilder sind
die letzten Wochen des Offizierlehrgangs noch nicht aus den Erinnerungen gerückt.
Auch wenn die letzten Monate für Anne Bähr keine wesentlichen Prüfungen
mehr gebracht haben, weil die bereits in den ersten Monaten des Jahres abgehakt
waren. Erst vor wenigen Wochen hat sie das ersehnte Offizierspatent und damit
eine wichtige Voraussetzung für den weiteren Werdegang erhalten.
Dennoch gab es auch nach der Fahrt mit dem Einsatz- und Ausbildungsverband nochmals
einiges zu lernen und zu erleben. Beispielsweise die Segellangfahrt, die Anne
Bähr und ihre Kameraden entlang der dänischen Küste führte.
Auf sich gestellt mussten die Kadetten nicht nur seemännische Leistungen
erbringen, sie mussten sich auch selbst verpflegen. „Auf See gab es kleinere
Snacks und abends wurde gemeinsam gekocht“, berichtet Bähr und ergänzt: „sogar
ein dänisches Softeis haben wir uns gegönnt.“ Eingeschränkt
wurde die Segellangfahrt vom Wetter: „Wir konnten nicht alle Manöver üben“,
gesteht sie, vermittelt aber den Eindruck, dass darüber die kameradschaftlichen
Aspekte der kleinen Seereise hinweg getröstet haben. Außerdem erreichten
die Offizieranwärter Flensburg zum traditionellen Ansegeln. „Da waren
viele Segelboote und einige richtige Prachtstücke unterwegs“, schwärmt
sie. |
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Seekadett Bähr mit ihrer Ausbildungsgruppe. |
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Etwas anstrengender ging es für
die Soldatinnen und Soldaten zu, als es
darum ging, ihnen Führungsverantwortung unter Belastung, vor Augen zu führen.
In einer 24stündigen Übung wurden Anne Bähr und ihre Kameraden
mit Märschen und Aufträgen an ihre Leistungsgrenzen geführt. Ständiger
Begleiter war ein Holzbalken. „Den haben wir richtig lieb gewonnen und
Jacqueline getauft“, schmunzelt Bähr im Nachhinein und stellt fest: „Das
hat richtig Spaß gemacht!“
Zum Abschluss der Ausbildung hatten die Kadetten einen Tag zur freien Verfügung. „Wir
waren gemeinsam beim Paintball-Spielen“, erzählt die Soldatin von
einem gelungenen Tag, ist sich aber sicher: „Ein paar blaue Flecken habe
ich davon bestimmt noch ...“
Spaß macht ihr auch der Soldatenberuf nach wie vor. „Das war die
beste Entscheidung, die ich je getroffen habe“, betont die Soldatin. Zufrieden
ist sie übrigens auch mit ihrem Lehrgangsergebnis. In der Rangfolge belegt
sie einen stolzen 34. Platz. Und gelernt hat sie in diesen ersten Stationen des
Berufslebens auch noch etwas: „Ich habe hier viel früher angefangen
zu lernen und nicht, so wie in der Schule, auf den letzten Drücker. Das
hat sich ausgezahlt!“
So konnte sie auch den Abschlussball der Offizieranwärter richtig genießen.
Und ausgezahlt hat sich die Leistung auch dadurch, dass Anne Bähr ausgewählt
wurde, um einen weiteren Abschlussball zu erleben: Den der britischen Akademie,
dem „Britannia Royal Naval College“ in Dartmouth.
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Martina Johannsen auf dem Weg zum Feldwebel |
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Anne Bähr auf dem Weg zum Offizier |
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