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 „Wenn man sich Mühe gibt, schafft man das“
 ...von einer, die auszog die Weltmeere zu „erobern“...
Mürwik (uz) [25.07.08]. Vor gut zwei Monaten saß Anne Bähr aus Prenzlau noch auf der Schulbank und büffelte für ihr Abitur. Inzwischen, seit dem 1. Juli genau, hat für Anne Bähr der sogenannte Ernst des Lebens begonnen. Die 19jährige aus Klockow bei Prenzlau trägt eine Marineuniform und den Dienstgrad „Matrose OA“. OA steht für Offizieranwärter. Die Karriere-Leiter der Bundeswehr steht für die junge Frau aus der Uckermark bereit. Eine Berufswahl die eher ausgefallen scheint. „Die Jungs aus meiner Klasse leisten alle Zivildienst“, schmunzelt Matrose Bähr und fügt hinzu: „alle meinten aber, dass eine Laufbahn bei der Bundeswehr zu mir paßt...“
Die Entscheidung, sich bei der Marine zu bewerben, fasste Anne Bähr eher spontan. Sie wollte Maschinenbau oder Elektrotechnik studieren. Im Februar, also kurz vor Bewerbungsschluß, fällte sie die Entscheidung, wurde prompt zur Offizierbewerberprüfzentrale (OPZ) nach Köln eingeladen und dort auch angenommen. Unterlagen, die seit einer Messe rund um das Berufsleben in einer Schublade lagen, hatte sie damals wieder heraus gekramt. Eigentlich hatte sie sich nach dieser Messe den Arbeitgeber Bundeswehr schnell wieder aus dem Kopf geschlagen. Die Abwechslung, die mit einer Laufbahn bei der Marine verbunden ist, und die Gedanken an ein bisschen Seemanns-Romantik haben Anne Bähr zu dem Schritt bewogen. Ihr Onkel und ein Bekannter, die beide bei der Marine waren, hätten ihr immer von der Zeit vorgeschwärmt, blickt die Offizieranwärterin zurück.
Was ihr die Offizierlaufbahn bringt, kann sie bislang nur erahnen. „Wenn alles gut geht und es mir weiterhin Spaß macht, kann ich mir schon vorstellen, bei der Marine zu bleiben“, sinniert die junge Soldatin und fügt lachend hinzu: „Dann möchte ich einmal Admiral werden...“
Zuerst einmal hat sie aber die fordernde Ausbildung bis zum Offizier noch vor sich. Der militärische Alltag ist noch ganz neu und hier und da auch ein wenig gewöhnungsbedürftig, wie Matrose Bähr gesteht. „Manchmal überlege ich mir schon wo ich hier bin“, zieht sie Resümee. Aber ein Stubenfenster mit Blick auf die Flensburger Förde entschädigt für vieles. Alles in allem hat sie ohnehin den Eindruck, dass das alles gar nicht so schlimm ist, wie sie sich im Voraus zeitweise das Leben bei der Bundeswehr vorgestellt hat. Bei einem Truppenbesuch in Kiel hatte sie Kampfschwimmer in der Ausbildung getroffen und im Fernsehen lief kurz vor ihrer Einberufung noch eine Reportage über die Ausbildung von Einzelkämpfern. „Vielleicht hilft es, wenn man sich vorher extreme Szenen aus der Bundeswehr ansieht“, grinst sie. Auch das „rote Schloss am Meer“, wie die Marineschule Mürwik (MSM) gerne genannt wird, ist viel angenehmer als eine alte Kaserne, ist sich Bähr sicher: „So eine alte Kaserne würde mich wohl schon ein bisschen runter ziehen“. Die Sonnenuntergänge über dem benachbarten Dänemark geben nebenbei schon einen Vorgeschmack auf kommende Abende auf See.
Die MSM ist ohnehin nur eine eher kurze Station für die Offizieranwärterin. In diesen ersten Wochen erleben die Soldaten und Soldatinnen eine verkürzte allgemeine Grundausbildung. Für Anne Bähr ist das nach einigen Wochen des „Nichtstuns“ nach der Schule eine gründliche Umstellung. 15 bis 16 Stunden können die Tage in Mürwik schon lang werden. Vermittelt werden in dieser Zeit Inhalte aus dem Bereich Wachausbildung, der Waffen- und Schießlehre, der Sanitätsausbildung aber auch Formaldienst und grundlegende Rechtsunterrichte stehen auf dem Dienstplan. Die Kameradschaft, die die Grundausbildung für viele ehemalige Soldaten ausmacht, paßt auch im Zug von Anne Bähr. Bei vergleichenden Wettbewerben hat der Zug oftmals die Nase vorn.
Wie im privaten Leben stellt auch die Bundeswehr in den kommenden Wochen für die Soldatin die Weichen.

Anne Bähr aus Prenzlau ist seit dem 1. Juli 2008 Soldatin und befindet sich in der Ausbildung zum Offizier.
Foto: Zeitter
Privat nimmt sie gerade mit eher schwerem Herzen Abschied von zwei Freundinnen, die für jeweils ein Jahr ins Ausland gehen werden. Auch das Training und die Teilnahme an Regatten im Drachenboot für einen Prenzlauer Verein ist schlagartig weniger geworden. Die Big Band, in der sie Tenorsaxophon spielt, wird auf lange Sicht öfter auf sie verzichten müssen. Sie hofft dafür, dass sie in den kommenden Ausbildungsabschnitten immer eine ruhige Ecke zum Proben findet.
Dienstlich haben die gestellten Weichen andere Auswirkungen: In einigen Wochen werden die Züge an der MSM dann neu zusammengestellt werden. Insbesondere sprachliche Befähigungen entscheiden über die künftige Zusammensetzung der Ausbildungszüge. Durch die Umstellung der Studiengänge an den Universitäten der Bundeswehr auf Master- und Bachelor-Studiengänge ist die englische Sprache eine noch wichtigere Voraussetzung geworden. Darauf werden selbst die Ausbildungsabschnitte zugeschnitten.
Nach der aktuellen Basisausbildung geht es für die Züge in unterschiedlicher Reihenfolge in die infanteristische Ausbildung, die nautische Ausbildung und zur Ausbildungsreise auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“. Bis zum Jahresende werden Anne Bähr und ihre Kameradinnen und Kameraden ein gutes „Stückchen Handwerkszeug“ für den anschließenden Offizierlehrgang, der die Kadetten zurück an die MSM führt, erlernt haben und erste Erfahrungen gesammelt haben, was es heißt, zur See zu fahren. Gerade die Ausbildungsfahrt auf der „Gorch Fock“ dient dazu, den künftigen Führungspersönlichkeiten „Seebeine“ wachsen zu lassen, sprich den Alltag an Bord und das Element Wasser mit seinen Tücken kennen zu lernen. Ein weiterer Ausbildungsabschnitt an Bord schließt sich im Frühjahr an: Im EAV, dem Einsatz- und Ausbildungsverband, werden die Soldatinnen und Soldaten Erfahrungen an Bord unterschiedlicher Einheiten der Marine sammeln. Nach weiteren Praktika und kleineren Ausbildungsabschnitten geht es im Herbst 2009 für Anne Bähr dann an eine der Bundeswehr-Unis, vermutlich an die in München. Von dort wird sie dann, wenn alles glatt gelaufen ist, nach dem Studium als Offizier in die Marine zurückkehren.
Ein langer Weg bis es in eine richtig verantwortungsvolle Verwendung geht. Eine Übernahme zum Berufssoldat ist für Anne Bähr auf jeden Fall ein Thema, auch wenn es nicht zum Admiral reichen sollte.
Eines hat sie dabei in den wenigen Tagen in Mürwik schon gelernt: „Wenn man sich entsprechend Mühe gibt, ist das alles zu schaffen“, läßt sie ein bisschen von ihrem Ehrgeiz durchblicken. Schließlich hat Matrose OA Anne Bähr in den vergangenen Wochen auch schon erlebt, wie abwechslungsreich der militärische Alltag sein kann.
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